4. Roundtable der ILS-Fachgruppe «Robotik in der Intralogistik bei Frei Fördertechnik
Robotik in der Intralogistik: Austausch, Trends und neue Herausforderungen
Wie verändert künstliche Intelligenz die Intralogistik? Wo fehlen noch geeignete Robotiklösungen? Und können Schweizer Unternehmen durch einen stärkeren Schulterschluss mehr bewirken? Diese und weitere Fragen standen im Zentrum des 4. Roundtables «Robotik in der Intralogistik» von ILS Schweiz.
Am 15. September 2026 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus sieben verschiedenen Unternehmen bei der Frei Fördertechnik AG in Lyss zum bereits vierten Roundtable «Robotik in der Intralogistik». Gastgeber war die Abteilung Automation von Frei Fördertechnik.
Moderiert wurde die Veranstaltung durch Michael Schüpbach, Leiter Automation bei Frei Fördertechnik. Gemeinsam mit Stefan Güdel von KNAPP verantwortet er im Vorstand von ILS Schweiz den Bereich Bildung.
Die Zusammensetzung der Teilnehmer bot eine breite Sicht auf den Markt: Systemanbieter, Generalunternehmungen, Integratoren, Logistikplaner und Komponentenlieferanten trafen auf einen Paketdienstleister, welcher die Anwenderseite der Intralogistik vertrat. Genau diese unterschiedlichen Blickwinkel machten den offenen und praxisnahen Austausch besonders wertvoll.
KI verändert nicht nur die Technik
Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf dem zunehmenden Einfluss von künstlicher Intelligenz auf Robotik und Intralogistik. Dabei ging es jedoch nicht nur um neue technische Möglichkeiten.
Intensiv diskutiert wurden insbesondere Datensicherheit, Datenhoheit und der Standort der Datenverarbeitung. Für Unternehmen wird zunehmend relevant, ob sensible Anlagen-, Prozess- und Unternehmensdaten in Europa, den USA oder Asien gespeichert und verarbeitet werden.
Damit entwickeln sich Datenschutz, Transparenz und die Kontrolle über die eigenen Daten neben technischen und wirtschaftlichen Kriterien zu wichtigen Faktoren bei der zukünftigen Auswahl von Technologien und Partnern.
Neue Marktteilnehmer verändern den Wettbewerb
Ein weiteres zentrales Thema war der zunehmende Einfluss von Marktbegleitern ausserhalb Europas auf den Schweizer Markt.
Neue Anbieter, Technologien und teilweise veränderte Kostenstrukturen erhöhen den Wettbewerbsdruck. Gleichzeitig stellen sie die etablierten Marktteilnehmer vor die Frage, wie sie ihre eigenen Stärken, ihre Qualität, ihr Know-how und ihre Nähe zum Schweizer Markt zukünftig noch deutlicher positionieren können.
Dabei wurde auch diskutiert, ob die Unternehmen durch einen stärkeren Schulterschluss innerhalb der Branche gemeinsam mehr bewirken können.
Wo fehlen heute noch Lösungen?
Neben aktuellen Trends standen konkrete Herausforderungen aus der Praxis im Mittelpunkt. Die Teilnehmer präsentierten bestehende Lösungen und Projekte, diskutierten aber bewusst auch Anwendungen, für die heute noch keine technisch oder wirtschaftlich überzeugende Automatisierungslösung vorhanden ist.
Zentrale Fragen des Austauschs waren:
- Für welche Anwendungen in der Intralogistik werden noch neue Robotiklösungen benötigt?
- Wo liegen aktuell die grössten Herausforderungen im Schweizer Markt?
- Können Unternehmen durch Zusammenarbeit und einen stärkeren Schulterschluss mehr erreichen?
- Wie können Know-how und Erfahrungen innerhalb der Branche besser genutzt werden, um neue Lösungen schneller voranzutreiben.
Der Austausch zeigte, dass zukünftige Automatisierungslösungen immer stärker aus dem Zusammenspiel verschiedener Technologien entstehen werden. Robotik, Fördertechnik, Sensorik, Software, Bildverarbeitung und künstliche Intelligenz wachsen zunehmend zusammen.
Gleichzeitig bleibt der direkte Austausch zwischen Herstellern, Integratoren, Komponentenlieferanten und Anwendern entscheidend, um zu verstehen, wo der Markt tatsächlich Lösungen benötigt.
Robotik und VR zum Abschluss
Zum Abschluss des fachlichen Programms erhielten die Teilnehmer einen praktischen Einblick in die Automation bei Frei Fördertechnik. Verschiedene Roboter- und Automationslösungen wurden live vorgeführt.
Zusätzlich konnten die Teilnehmer an der VR-Station von Frei Fördertechnik erleben, wie zukünftige Anlagen und Automationskonzepte bereits während der Planungsphase virtuell betrachtet und beurteilt werden können.
Bei einem gemeinsamen Stehlunch wurde der Vormittag anschliessend in ungezwungener Atmosphäre abgeschlossen. Dabei bot sich nochmals Gelegenheit für persönliche Gespräche, den vertieften Austausch zu einzelnen Themen und neue Kontakte innerhalb der Branche.
Der 4. Roundtable zeigte einmal mehr den Wert eines offenen Austauschs über Unternehmensgrenzen hinweg. ILS Schweiz möchte mit diesem Format eine Plattform schaffen, um Trends frühzeitig zu erkennen, Herausforderungen gemeinsam zu diskutieren und die Weiterentwicklung der Robotik in der Schweizer Intralogistik aktiv mitzugestalten.
Teilnehmer 4. Roundtable Robotik in der Intralogistik:
- Adrian Bodenstein, Post
- Anderer Nils, Marti Systeme
- Hans Peter Fritschi, Körber
- Michael Schüpbach, Frei Fördertechnik / ILS
- Mike Schneider, ID Systems
- Stefan Güdel, Knapp / ILS
- Yann Calderara, Stelog